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Foto: Karl Grabherr

ZU VIEL MILCH

 

Viele Frauen haben Angst, daß sie zu wenig Milch haben, selten wird an das Problem von zu viel Milch gedacht.

Beim Stillen nach Bedarf paßt sich die Milchmenge normalerweise an die Bedürfnisse des Säuglings an. Es kommt jedoch vor, daß doch zu viel Milch gebildet wird, das Baby ist von der Milchmenge überwältigt.

Ursachen für zu viel Milch TOP

Das Baby verhält sich sehr unruhig an der Brust, es verschluckt sich, läßt die Brust immer wieder los, es kämpft vielleicht mit einem starken Milchspendereflex und kommt mit den großen Milchmengen nicht zurecht. Es ist insgesamt eine unruhige Stillzeit, das Baby ist sehr unruhig und es leidet auch unter Koliken.

Manchmal sind grünliche Stühle zu beobachten, da das Baby zu viel Vordermilch bekommt, die Laktoseaufnahme ist zu viel. Dadurch bekommt das Baby zu wenig Hintermilch, die fettreich ist, und es wird nicht satt. Es wird dadurch unruhig und weint, was die Mutter wiederum auch nervös machen wird.

Wenn die Mutter zu viel Milch hat, dann wird sie ständig volle Brüste haben, was die Gefahr eines Milchstaus erhöht. Es kann auch sein, daß die Brüste ständig rinnen, was auch sehr unangenehm sein kann.

Welche Maßnahmen kann man bei zu viel Milch setzen? TOP

 

In der ersten Zeit ist es völlig normal, daß Milch aus einer Brust heraustropft, wenn das Baby auf der anderen Seite trinkt. Lassen Sie die Milch einfach heraustropfen, vor allem wenn die Brüste voll und prall sind. Halten Sie eine Stoffwindel unter die tropfende Brust.

In der ersten Zeit ist dieses Auslaufen der Milch völlig normal, da sich die Milchbildung, das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage, erst optimal einstellen muß.

Um das Auslaufen zu stoppen (z.B. in der Öffentlichkeit,...), können Sie einen leichten Druck auf die Brustwarze ausüben. "Sie können auch die Arme vor der Brust kreuzen und mit dem Handballen dagegendrücken. Sie können auch das Kinn in die Hände stützen und die Unterarme gegen die Brust drücken" [aus "Das Handbuch für die Stillende Mutter" - La Leche Liga]

Nach einiger Zeit des Stillens werden sich die Brüste nicht mehr so voll und prall anfühlen, die Milch wird vielleicht nicht mehr rinnen, das heißt aber nicht, daß die Milch plötzlich weg ist und das Baby weniger Milch zur Verfügung hat, sondern daß sich Ihre Milchbildung eingestellt hat und die Milch, die das Kind wegtinkt, laufend nachproduziert wird.

Stören Sie nicht diesen fein abgestimmten Regelkreis von Angebot und Nachfrage der Muttermilch mit künstlichem Saugersatz, wie z.B. Schnuller, Flaschen, Sauger (siehe "Welchen Einfluß kann das Zufüttern mit der Flasche oder auch der Einsatz des Schnullers auf das Stillen haben?")

Literaturhinweis

 

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