ZU VIEL MILCH
Viele Frauen haben Angst, daß sie zu wenig Milch haben, selten wird an das Problem von zu viel Milch gedacht.
Beim Stillen nach Bedarf paßt sich die Milchmenge normalerweise an die Bedürfnisse des Säuglings an. Es kommt jedoch vor, daß doch zu viel Milch gebildet wird, das Baby ist von der Milchmenge überwältigt.
Ursachen für zu viel Milch TOP
- falsches Stillmanagement
- zu häufiges Wechseln der Seiten#
- zu frühes Wechseln der Seiten, bevor das Baby Anzeichen dazu zeigt
- man stillt zu kurz an einer Seite
- zusätzliches Pumpen
Das Baby verhält sich sehr unruhig an der Brust, es verschluckt sich, läßt die Brust immer wieder los, es kämpft vielleicht mit einem starken Milchspendereflex und kommt mit den großen Milchmengen nicht zurecht. Es ist insgesamt eine unruhige Stillzeit, das Baby ist sehr unruhig und es leidet auch unter Koliken.
Manchmal sind grünliche Stühle zu beobachten, da das Baby zu viel Vordermilch bekommt, die Laktoseaufnahme ist zu viel. Dadurch bekommt das Baby zu wenig Hintermilch, die fettreich ist, und es wird nicht satt. Es wird dadurch unruhig und weint, was die Mutter wiederum auch nervös machen wird.
Wenn die Mutter zu viel Milch hat, dann wird sie ständig volle Brüste haben, was die Gefahr eines Milchstaus erhöht. Es kann auch sein, daß die Brüste ständig rinnen, was auch sehr unangenehm sein kann.
Welche Maßnahmen kann man bei zu viel Milch setzen? TOP
Nach Bedarf stillen. Achten Sie auf die Zeichen Ihres Kindes Beim Einsetzen des Milchspendereflexes können Sie die erste Milch ausstreichen, damit das Baby von der spritzenden Brust nicht so überwältigt ist. Bieten Sie bei jeder Stillmahlzeit nur 1 Brust an. Wenn die 2. Seite sehr voll ist, kann man sich durch Ausstreichen Erleichterung verschaffen. Bieten Sie bei jeder Stillmahlzeit die gleiche Seite an (in einem Zeitraum von ein paar Stunden) und streichen Sie die 2. Seite aus. Dies verringert die Milchmenge. Stillen Sie in zurückgeneigter Stellung, also gegen die Schwerkraft. Z.B. im Langsitz mit zurückgeneigtem Oberkörper oder in Seitenlage, wobei Sie einen Polster unter Ihr Baby legen, damit es höher als Ihre Brust liegt. Sie können eventuell auch in Rückenlage stillen. Trinken Sie ca. 2 Tassen Salbei- oder Pfefferminztee für maximal 2 Wochen. Kalte Topfenwickel nach dem Stillen helfen, Schmerzen bei übervollen Brüsten zu lindern und dienen zusätzlich der Milchzurückbildung. Lassen Sie Ihr Baby häufiger aufstoßen Achten Sie darauf, daß das Baby korrekt angelegt ist. Wenn Mütter einen starken Milchspendereflex haben, bleibt es oft unbemerkt, wenn das Baby nicht gut angelegt ist, weil die Milch von selbst leicht fließt. Sprechen Sie mit einem Arzt, der Erfahrung auf dem Gebiet der Homöopathie hat.In der ersten Zeit ist es völlig normal, daß Milch aus einer Brust heraustropft, wenn das Baby auf der anderen Seite trinkt. Lassen Sie die Milch einfach heraustropfen, vor allem wenn die Brüste voll und prall sind. Halten Sie eine Stoffwindel unter die tropfende Brust.
In der ersten Zeit ist dieses Auslaufen der Milch völlig normal, da sich die Milchbildung, das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage, erst optimal einstellen muß.
Um das Auslaufen zu stoppen (z.B. in der Öffentlichkeit,...), können Sie einen leichten Druck auf die Brustwarze ausüben. "Sie können auch die Arme vor der Brust kreuzen und mit dem Handballen dagegendrücken. Sie können auch das Kinn in die Hände stützen und die Unterarme gegen die Brust drücken" [aus "Das Handbuch für die Stillende Mutter" - La Leche Liga]
Nach einiger Zeit des Stillens werden sich die Brüste nicht mehr so voll und prall anfühlen, die Milch wird vielleicht nicht mehr rinnen, das heißt aber nicht, daß die Milch plötzlich weg ist und das Baby weniger Milch zur Verfügung hat, sondern daß sich Ihre Milchbildung eingestellt hat und die Milch, die das Kind wegtinkt, laufend nachproduziert wird.
Stören Sie nicht diesen fein abgestimmten Regelkreis von Angebot und Nachfrage der Muttermilch mit künstlichem Saugersatz, wie z.B. Schnuller, Flaschen, Sauger (siehe "Welchen Einfluß kann das Zufüttern mit der Flasche oder auch der Einsatz des Schnullers auf das Stillen haben?")
Literaturhinweis
- VELB - Ausbildungsunterlagen
- Stillen - Martha Guoth-Gumberger, Elizabeth Hormann
- Das Handbuch für die Stillberatung - La Leche Liga